Wie funktioniert das Simultandolmetschen?

Beim Simultandolmetschen wird der mündliche Vortrag eines Redners vom Dolmetscher zeitgleich (= simultan) in eine andere Sprache übertragen. Aufgrund der unterschiedlichen grammatikalischen Strukturen von Ausgangs- und Zielsprache – im Deutschen steht z.B. das Verb im Gegensatz zum Englischen erst am Satzende – müssen die Dolmetscher das Gesagte aktiv umformen, um den Inhalt in der anderen Sprache so genau wie möglich wiedergeben zu können. Es handelt sich beim Simultandolmetschen also keineswegs um das rein passive „Nachsprechen“ in einer anderen Sprache. Da dies ein Höchstmaß an Konzentration erfordert, sitzen die Simultandolmetscher in schalldichten Kabinen, um von störenden Geräuschen abgeschirmt zu sein.

Eine sehr verständliche Darstellung der beim Dolmetschen ablaufenden Prozesse gibt ein Absolvent des Studiengangs Dolmetschen der Abteilung für Angewandte Linguistik der ZHAW in Winterthur (Schweiz) im folgenden Video.

Welche Dolmetscharten gibt es und wann werden sie eingesetzt?

Man unterscheidet zwischen Simultan-, Konsekutiv-, Flüster-, Verhandlungs- und Begleitdolmetschen. Das Flüsterdolmetschen ähnelt dem Simultandolmetschen dahingehend, dass mündliche Vorträge zeitgleich (= simultan) in eine andere Sprache übertragen werden. Hierbei sitzen die Dolmetscher nicht wie beim Simultandolmetschen in schalldichten Kabinen, sondern „im Publikum“, d.h. neben ihren Zuhörern, weshalb diese Dolmetschart auch nur für maximal zwei Zuhörer geeignet ist. Beim Begleitdolmetschen begleiten Ihre Dolmetscher Sie, z.B. während einer Geschäftsreise im Ausland oder bei einer Werksführung. Hier ist der Einsatz von Dolmetschkabinen nicht möglich, deshalb werden so genannte Personenführungsanlagen eingesetzt. Beim Konsekutivdolmetschen und Verhandlungsdolmetschen hingegen wird das gesprochene Wort zeitversetzt (= konsekutiv) in eine andere Sprache übertragen. Der Unterschied zwischen diesen beiden Dolmetscharten besteht darin, dass der Dolmetscher beim Konsekutivdolmetschen mit Hilfe einer speziellen Notationstechnik Notizen anfertigt, also mit einer schriftlichen Gedächtnisstütze arbeitet, während er beim Verhandlungsdolmetschen im Wechsel mit dem Redner Satz für Satz dolmetscht. Bei allen konsekutiven Dolmetscharten muss mit einer Verdoppelung der Redezeit gerechnet werden. Wir werden in einem persönlichen Gespräch die für Ihre Veranstaltung am besten geeignete Dolmetschlösung finden.

Wie viele Dolmetscher brauche ich mindestens pro Team?

Simultandolmetschen erfordert, gerade bei fachlich anspruchsvollen und komplexen Inhalten, eine sehr hohe Konzentration. Daher arbeiten professionelle Konferenzdolmetscher zur Qualitätssicherung und aus Gründen des Gesundheitsschutzes ab einer Redezeit von 40 Minuten im Zweierteam. Überschreitet die zu dolmetschende Redezeit 5 Stunden, sollte die Teamstärke von 2 auf 3 Dolmetscher erhöht werden.

Was macht einen professionellen Dolmetscher aus?

Die Berufsbezeichnung „Dolmetscher“ oder „Konferenzdolmetscher“ ist nicht geschützt. Aus diesem Grund variiert die Qualität in diesem Marktsegment stark. Professionell arbeitende Dolmetscher mit international anerkanntem Studienabschluss im Fachbereich Dolmetschen bieten Ihnen die erforderliche Qualität und Sicherheit. Ein zusätzliches Gütesiegel ist die Zugehörigkeit zum internationalen Verband der Konferenzdolmetscher (aiic), dessen Mitglieder über mehrjährige Berufserfahrung verfügen. Voraussetzung für die Aufnahme in den Verband ist dabei eine von aktiven Mitgliedern bestätigte kompetente und professionelle Arbeitsweise. Weiterführende Informationen zum Alltag und Berufsbild des Dolmetschers finden Sie auch auf unserer Seite „Presse“.

Welche Technik wird benötigt?

In der Regel arbeiten Simultandolmetscher in schalldichten Kabinen, die für die jeweilige Veranstaltung angemietet und aufgebaut werden. In den Kabinen hören die Dolmetscher die Redner über Kopfhörer und sprechen ihre Verdolmetschung in ein Mikrofon. Das Publikum hört die Verdolmetschung über Kopfhörer, die an einen kleinen Funk- oder Infrarot-Empfänger angeschlossen sind.

Bei mobilen Einsätzen hingegen, wie z.B. bei Werksführungen, kommen so genannte Personenführungsanlagen (PFA) zum Einsatz. Dabei handelt es sich um tragbare, funkgestützte Übertragungssysteme, bestehend aus Mikrofon und Kopfhörern. Da die Dolmetscher in diesem Fall nicht in einer schalldichten Kabine sitzen, arbeiten sie unter erschwerten Bedingungen. Hinzu kommt, dass sie sich beim Dolmetschen im gleichen Raum mit ihren Zuhörern befinden und dies von den Teilnehmern als störend empfunden werden kann. Aus diesen Gründen sind PFAs nicht für längere Einsatzzeiträume oder größere Gruppen geeignet.

Warum benötigen Dolmetscher Vorbereitungsmaterial?

So wie ein Anwalt sich in jeden neuen Fall einarbeitet, bereiten sich auch professionelle Dolmetscher bei jedem Einsatz gezielt inhaltlich und terminologisch auf das zu dolmetschende Thema vor. Als Veranstalter können Sie Ihre Dolmetscher dabei unterstützen, indem Sie ihnen alle relevanten Unterlagen zur Verfügung stellen: Tagesordnung, Rednerliste, Teilnehmerliste, alle an die Teilnehmer versandten Dokumente, Redemanuskripte, Präsentationen, Hintergrundinformationen. Selbstverständlich werden alle Informationen absolut vertraulich behandelt.

Was muss ich als Redner beachten?

Alle wichtigen Punkte haben wir in unseren Rednertipps für Sie zusammengefasst.

Worauf muss ich bei der Organisation einer Konferenz achten?

Alle wichtigen Punkte haben wir unter dem Menüpunkt Konferenzberatung für Sie zusammengefasst.